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Nur wer schlecht träumt, will erwachen …

Nur wer schlecht träumt, will erwachen …

(K)einer wacht auf.

 

Sie träumen, doch Sie wissen es nicht!

Wenn Sie erwachen, erfahren Sie, wer Sie wirklich sind. Und Sie sind garantiert nicht das, wofür Sie sich halten.

Es gibt keine zwei identischen Wege hinein in das Mysterium des Unbekannten. Und dennoch, am Ende treffen wir uns alle dort, wo das allumfassende Nichts beginnt und das alte Weltbild endet.

Hermann R. Lehner suchte über 20 Jahre nach diesem geheimnisvollen ES, wurde von sogenannten "Wissenden" immer wieder auf die falsche Fährte geführt, bis er sich letztendlich entschied, keiner These mehr zu vertrauen.

"Erwachen" geschieht plötzlich, dann nämlich, wenn die Suche aufhört. Aber wer kann schon aufhören zu suchen, wenn er noch nicht gefunden hat, was er sucht.

Man dreht sich im Kreis, bis ..."

 

Inhalt:

Einführung
Eine kleine Geschichte über das Erwachen
Gespräche
Fragen und Antworten
Mandukya-Upanishad und Mandukya-Karika

 

überarbeitete 2. Auflage 2005
.pdf-Format
196 Seiten
download Größe: 1,52 MByte

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nurwer.pdf (1,5 MiB)

Leseprobe
"Nur wer schlecht träumt ..."

Vorwort

Es ist gut 23 Jahre her, seitdem ich anfing, mich für das große Mysterium des Lebens zu interessieren. Und selbstverständlich hatte ich damals überhaupt keine Ahnung, auf was ich mich da eigentlich einließ. Aber es geschah einfach so, wie es eben geschieht. Etwas Unerwartetes tritt in unser Leben – vielleicht nur ein spontaner Gedanke, ein einziger Satz im richtigen Moment, eine scheinbar unbedeutende Geste – und unser Leben beginnt sich still und leise in eine neue Richtung zu entwickeln. Ich erlebte damals das, was man Gedankenübertragung oder auch Telepathie nennt. Nicht besonders intensiv – nur ein oder zwei Tage – und auch nur im „kleinsten“ Kreis. Aber es reichte aus, meinem Leben eine neue Richtung zu geben. Da gab es einfach kein Entkommen. Wer einmal mit solch seltsamen Phänomenen bewusst in Berührung gekommen ist, den lässt die Neugierde wohl kaum wieder los.

Und dennoch habe ich über die Jahre nicht einen Einzigen gefunden, der mir des Rätsels Lösung wirklich hätte geben können. Nicht, dass es solche Menschen nicht geben würde – doch, es gibt sie vereinzelt – nein, mir sind anscheinend all die Jahre nur diejenigen begegnet, die mir mit voller Überzeugung ihre gerade aktuellen Theorien und Glaubensbekenntnisse ins Ohr trompeteten und bestenfalls geknickt wirkten, wenn man sich ihnen nicht sofort mit wehenden Fahnen anschloss.

Heute kann ich das Verhalten der meisten Suchenden gut verstehen, denn des Rätsels Lösung ist so dermaßen absurd, dass es effektiv nur mit einem Paradoxon ausgedrückt werden kann. „Ich bin und ich bin nicht“, das ist die einzige Aussage, die man in Bezug auf die höchste Erkenntnis treffen kann. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es zwar ca. sechs Milliarden Menschen auf diesem Planeten gibt, aber zu jeder „Jahreszeit“ bestenfalls eine Hand voll erwacht.

Dieses Erwachen, die Erlösung, die Auferstehung, das Eingehen ins Nirvana, Satori usw., bedeutet letztendlich, dass sich das persönliche Ich auflösen muss – „Ich“ muss gewissermaßen sterben, und das ist so ungefähr das Letzte, was sich ein gewöhnlicher Suchender vorstellen kann oder gar vorstellen will, schon gar nicht im Westen. Aber selbst diese Darstellung ist schon wieder mit einem Paradoxon verbunden: Wenn das persönliche Ich sich auflöst, stellt man fest, dass es in Wirklichkeit nie ein persönliches Ich gegeben hat! Dieses uns so wichtig, so natürlich erscheinende, persönliche Ich wird als reine Fata Morgana erkannt. Es gibt zahlreiche Wege in Richtung Erleuchtung, aber am Ende wird man erkennen, dass es sie gar nicht geben kann. Ein Paradoxon jagt das nächste. Ja, es gibt so etwas wie das Erkennen seines eigenen wahren Wesens – und das ist mit Erleuchtung auch gemeint – aber egal, welche Vorstellung Sie darüber haben mögen, sie ist falsch. Denn an diesem Punkt der Erkenntnis erlischt jede gedankliche Vorstellung und die Unendlichkeit wird Sie sanft in ihren Armen empfangen. Aber wie soll man das jemandem in unserer westlichen Welt erklären?

Suzanne Segal schrieb 1996 in ihrem Buch „Kollision mit der Unendlichkeit“ zum ersten Mal über die Auflösung des persönlichen Ichs aus westlicher Sicht – und das (fast) ganz ohne religiösen Hintergrund. Das sogenannte Erwachen ist letztendlich das Erkennen seiner eigenen wahren Natur und steht jedem Menschen offen, ob gläubig oder nicht. Die von mir eben erwähnte Problematik der Darstellung aber, gerade hier im Westen, ist zu Beginn ihres Buches vortrefflich beschrieben: „Eine promovierte Psychotherapeutin beschreibt ihr Leben vor und nach dem Verlust ihres persönlichen Selbst, einem Ereignis, das in den östlichen Traditionen als Erleuchtung und erklärtes Lebensziel, im Westen jedoch als schwere psychische Krankheit angesehen wird.“

Suzanne Segal, die gut zehn Jahre lang nach ihrer plötzlichen und unerwarteten Transformation in ständiger Angst lebte, eben weil solch ein Ereignis, das jeden von uns unerwartet und unvorbereitet treffen kann, im Westen so gut wie nie beschrieben wurde, fordert uns auf, „… uns gegenseitig zu unterstützen, indem wir über unsere Erlebnisse berichten“. Ich tue ihr und Ihnen hiermit den Gefallen und berichte ebenfalls über das, was Sie möglicherweise erwartet – vorher, mittendrin und hinterher.

Aber ich kann Ihnen auch versichern, dass es keine zwei identischen Wege hinein in das unglaubliche Mysterium des Unbekannten gibt oder geben kann. Jeder wird letztendlich seinen eigenen Weg gehen und gehen müssen. Und jeder wird seine eigenen Erfahrungen machen. Wann immer Sie jedoch zu sehr auf die Worte der tatsächlich Wissenden (oder Unwissenden) eingehen und nicht anfangen, den tieferen Sinn zwischen den Zeilen zu verstehen, oder zu stark auf die Erfahrungen und Erlebnisse anderer bauen und glauben, Sie müssten dasselbe erleben, passen Sie bloß höllisch auf! Es könnte sein, dass Sie gerade deshalb das Beste verpassen. Denn,

nur Sie sind – und sonst niemand!